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  • Héctor A. Venegas

Gerechtigkeit


Gerechtigkeit ist ein großes Wort.

 

Auch eines, dass viele verschiedene Definitionen haben kann. So schreibt der Duden Gerechtigkeit sei zum einen das „Gerechtsein“, „das Prinzip eines staatlichen oder gesellschaftlichen Verhaltens, das jedem gleichermaßen sein Recht gewährt“, zum anderen „etwas, was als gerecht angesehen wird“.

 

Dieser Tage, im Sommer der UEFA EURO 24, sprechen viele über Gerechtigkeit.

War der Pfiff oder ausbleibende Pfiff des Schiedsrichters „gerecht“ oder nicht?

Wer beurteilt es?

Von welcher Perspektive soll es betrachtet werden?

Brauchen wir mehr oder weniger Technik, um es zu beurteilen?

 

Oder ist es nicht vielleicht viel mehr...wer profitiert von dem einen oder dem anderen?

 

Der ausgebliebene Pfiff des Schiedsrichters beim möglichen Handspiel im Viertelfinale Deutschland – Spanien, empfand und empfinde ich noch als „ungerecht“. Erschrocken hat mich jedoch die Reaktion von vielen Menschen um mich herum auf einem Fanfest voller Emotionen jedoch auch mit äußerster Aggression. Auch finde ich es bedrückend, dass der Spieler weiterhin im Stadion ausgepfiffen wird. Dennoch kann ich die Reaktion gut nachempfinden.

 

Was macht es mit uns?

 

Ich habe gestern eine sehr interessante TV Produktion des NDR mit dem Titel „Wie egoistisch bist du“ gesehen (in der ARD Mediathek und auf YouTube zu sehen). Das Thema Egoismus (positiv als auch negativ) wurde dort auf verschiedene Art beleuchtet.

 

Die Erkenntnis, dass man sein Gerechtigkeitsempfinden oft danach ausrichtet, wie andere mit einem selbst oder in derselben Situation agieren, lässt Schlüsse darauf zu, dass man die eigene Reaktion oder Aktion nicht frei eingeht.

 

Die Reaktion anderer Menschen beeinflusst das eigene Verhalten. Mal zum Positiven, mal zum Negativen.

 

Wenn wir uns an der Ampel oder an der Kassenschlange vor andere schieben, in der Meinung, die hätten sich doch auch vorgedrängelt, und darin eine Rechtfertigung sehen, haben wir damit eine Ungerechtigkeit in Gerechtigkeit gewandelt???

 

Wenn wir ein gerechtes Verhalten von anderen erwarten und empfundene Ungerechtigkeiten anprangern wollen, sollten wir uns gut umsehen, worauf wir unser Urteil stützen.

 

Sein eigenes Empfinden mit dem von anderen abzugleichen, ist hier zielführend.

Wenn das nicht möglich ist, sollte man zumindest sein eigenes erstes Empfinden hinterfragen.

 

Jemanden innerlich für sich oder sogar lautstark für alle mit Schimpfworten zu belegen wird sicherlich nicht zu einer Situation führen, bei der jedem gleichermaßen sein Recht gewährt wird.

 

 

Try it! You will see how it works!

 

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